Wie alles begann – Geburtsstunde

Vor gut 60 Jahren stießen in Portugal zwei Studenten auf die Freiheit an. Freiheit, ein Wort, das in der dort herrschenden Diktatur verboten war: Die Studenten werden festgenommen. Davon erfährt auch der Londoner Anwalt Peter Benenson. Überzeugt davon, dass viele Protestierende gemeinsam etwas bewirken können, fordert er am 28. Mai 1961 dazu auf, mit Briefen die Freilassung der politischen Gefangenen zu fordern. Benensons Appell wird international verbreitet und Tausende folgen ihm. Der Grundstein für Amnesty International ist gelegt.

1963 – der erste Erfolg, die Freilassung des gewaltlosen politischen Gefangenen (Prisoner of Conscience) Josyf Slipyi. Mit wachsender Mitgliederzahl nehmen auch die Ziele zu, für die Amnesty sich einsetzt. 1972 beginnt die erste Kampagne gegen Folter: 12 Jahre später beschließt die UN die Antifolterkonvention.
1977 erhält Amnesty für seine Arbeit den Friedensnobelpreis und gewinnt damit zusätzlich an Unterstützer_innen. Es werden weitere Kampagnen gestartet, beispielweise gegen die Abschaffung der Todesstrafe. War die Todesstrafe 1961 in lediglich neun Ländern abgeschafft, sind es heute 144.
Auch setzt Amnesty sich für die Einführung eines Internationalen Strafgerichtshofs ein, um Genozide und Kriegsverbrechen verfolgen zu können, der schließlich 2002 etabliert wird.
Von 2010 zu 2019 verdoppelt sich die Zahl der Geflüchteten. Der Einsatz für ihre Rechte, der schon seit den 80er Jahren Teil von Amnestys Arbeit ist, gewinnt damit an immer größerer Bedeutung.

Heute ist Amnesty mit über 10 Millionen Unterstützer_innen in mehr als 150 Ländern die größte Bewegung, die sich für Menschenrechte einsetzt – unabhängig von Parteien, Religionen und Regierungen.

7. Juni 2021